Schimmelpilze, was ist das ?

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aspergillus versicolor

Schimmel ist der umgangssprachliche Begriff für Schimmelpilze und ist ein natürlicher Teil unserer Umwelt. Das, was im Allgemeinen als Schimmelpilz bezeichnet wird ist eigentlich nicht genau definiert, weil es keine systematisch abgegrenzte Pilzgruppe gibt. Unter Schimmelpilzen werden Pilze aus verschiedenen taxonomischen Gruppen zusammengefasst, die sehr schnell auf den Substraten ein mit dem Auge sichtbares watteartiges Myzel ("Schimmel") ausbilden. Abhängig von Art und Nährboden ist der sichtbare "Schimmel" grün, gelb, braun oder schwarz gefärbt. Weil diese Pilze nicht in der Lage sind, ihren Kohlenstoffbedarf durch Assimilation von Kohlendioxid aus der Luft zu decken, zersetzen sie organisch gebundenen Kohlenstoff aus den Substraten, auf denen sie sich angesiedelt haben. Vereinfacht bedeutet das: Schimmelpilze sind notwendig um organisches Material im natürlichen Kreislauf in anorganisches Material zu zersetzen. Das anorganische Material dient wiederum als Dünger für das Wachstum organischen Materials. 

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freigelegtes Myzel eines Waldpilzes

Schimmelpilze sind sehr artenreich (ca. 250 000). Ihre Sporen haben etwa einen Größenbereich von 3 bis 20 μm. -(1 μm entspricht 1/1000 mm)- Die meisten Sporen haben Durchmesser unter 10 μm. Sie können damit eingeatmet werden sowie in der Luft über weite Strecken schweben und verbreitet werden. Die Sporen sind der Teil des Pilzes, der für die Vermehrung zuständig ist. Unter geeigneten Bedingungen können die Sporen keimen und bilden den Pilz mit seinen Pilzfäden (Myzelien) aus. In Mitteleuropa existieren ca. 15.000 unterschiedliche Pilzarten.

 

Einige Schimmelpilzarten dienen zur Herstellung von Lebensmitteln, Medikamenten, Waschmitteln und anderen Dingen, die wir täglich nutzen. Zur Vergärung der Maische zu Bier wird beispielsweise Saccharomyces cerevisiae verwendet, Penicillium camemberti wird zur Herstellung von Käse benötigt.